Treffpunkt Architektur Niederbayern und Oberpfalz
 
 

 
 

 
 

 

 
10.2.2010 - Motivation für Effizienz und Nachhaltigkeit

Ganzheitliches Planen - von der Energieeffizienz zur Nachhaltigkeit

Prof. Gerhard Hausladen begeistert im Neumarkter Maybach Museum
zum Auftakt der Frühjahrsreihe Architektur & Baukulur 2010


Trotz Schneegestöber und Faschingstreiben kamen rund 250 Architektur-Interessierte zum Auftakt der Neumarkter BDA-Vortragsreihe Architektur & Baukultur in die Eventhalle des Museums für historische Maybach-Fahrzeuge. Belohnt wurden die Gäste mit einem engagierten und mitreißenden Vortrag des Münchner Professor Gerhard Hausladen zu Energie und Nachhaltigkeit.

Auszug aus dem Artikel der Neumarkter Nachrichten vom 12.02.2010 (Text: Harm Schumacher:

"... Im Einklang mit der forcierten Nutzung regenerativer Energiequellen sieht er die Verbrauchsreduzierung durch bauphysikalische Maßnahmen, die durch Einfachheit ebenso bestechen wie durch ihre Wirksamkeit. So haben seine Ingenieure beispielsweise ein Schulgebäude in Waldmünchen dadurch optimiert, dass die vorhandene Bausubstanz lediglich ergänzt und nicht grundlegend verändert wurde. Vorgehängte Glasscheiben verbessern die Wärmedämmung der ansonsten unveränderten Fensterfront, die Außenmauern von Nutzräumen schützt ein Wärmedämmverbundsystem, während Verkehrsflächen zusätzliche Innenmauern erhielten, die in diesen Bereichen eine Heizung überflüssig macht.

Nachhaltigkeit und Maßstäblichkeit bilden die Leitmotive bei derartigen planerischen Überlegungen. "Alles auseinanderzureißen wäre ebenso übertrieben wie jede verfügbare Technik einzubauen", erteilt Gerhard Hausladen blinder Optimierungswut nach dem Motto ‚Viel hilft viel‘ eine klare Absage. Auch theoretisch ermittelte Grenzwerte sieht er häufig problematisch, verlangen doch oftmals die letzten 20 Prozent einen unverhältnismäßig hohen Aufwand. "Die Technik muss beherrschbar, der Aufwand überschaubar bleiben", so sein Credo, das auch das Gebäude verkörpert, in dem das Ingenieurbüro untergebracht ist.

Es gehört zum Ensemble eines landwirtschaftlichen Betriebes im alten Ortskern der Gemeinde Kirchheim, der neben einer gewachsenen Infrastruktur auch unmittelbare S-Bahnnähe bietet. Das Bauwerk wurde gedämmt, Dachflächenfenster sorgen für arbeitsgerechtes Tageslicht. Zur Gebäudeheizung reicht eine Wärmepumpe, der Heizkreislauf fungiert im Sommer als Kühlkreislauf, und die Stromversorgung übernimmt eine Photovoltaikanlage mit 90 Quadratmeter Kollektorenfläche.

Dieser ganzheitliche Ansatz findet sich in allen Überlegungen und Planungen von Gerhard Hausladen – sei es in der Verbindung von Strom- und Wärmeerzeugung (Stichwort Blockheizkraftwerk), in der Definition des Baukörpers und auch in seiner Bauform. "Ein hochwertiges Gebäude kann durch Umbau ohne Weiteres auch eine andere Bestimmung als eine ursprüngliche erfüllen, und wer die für seine Region traditionellen Bauformen beherzigt, hat in puncto Effizienz meistens schon den größten Schritt getan", resummiert der Professor. Diese Herausforderungen sieht er ebenso international wie die Energieerzeugung in großem Stil – beispielsweise durch Solarkraftwerke in der Wüste.

Seit rund dreißig Jahren beschäftigt sich der studierte Maschinenbau-Ingenieur mit den Bereichen Bauphysik, Haus- und Energietechnik, und es steht für ihn außer Frage, dass sich sowohl in der Erzeugung von Energie als auch im Umgang damit noch einiges tun muss. Beide Felder bearbeitet er aus den beiden Perspektiven Wissenschaft und Praxis: zum einen als Ordinarius am Lehrstuhl für Bauklimatik und Haustechnik der TU München, zum anderen als Inhaber des Ingenieurbüros Hausladen in Kirchheim bei München. ..."

 




 

 
  

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