Tagesexkursion München mit dem Architekturforum Passau

Das Architekturforum Passau e. V. hat sich in Kooperation mit dem TANO – Treffpunkt Architektur Niederbayern und Oberpfalz der Bayerischen Architektenkammer – auch im Jahr 2026 wieder auf Tagesexkursion begeben.


Ziel war die Landeshauptstadt München mit sehenswerten Projekten aus den Bereichen Umbau, denkmalgerechte Sanierung,
Erweiterung, Neubau sowie städtebauliche Rahmenplanung.


Erste Station war der von Koller Singhof Architekten (2012) umgebaute und sanierte Lehrturm an der LMU München. Der Kopfbau des
ehemaligen Max-Josef-Stifts, Mitte des 19. Jahrhunderts von Friedrich von Gärtner errichtet, im Zweiten Weltkrieg schwer
beschädigt und in den 1950er-Jahren wieder aufgebaut, wurde zu einem Lehrturm mit zwei Hörsälen, einem Seminarraum, WC-Anlagen
sowie einer skulpturalen Treppenanlage umgebaut. Die Architekten Peter Koller und Torsten Singhof gaben vor Ort wertvolle
Einblicke in Planung und Umsetzung.

Weiter ging die Fahrt zum Bergson Kunstkraftwerk. Das ehemalige Heizkraftwerk in München Aubing wurde von Stenger2 Architekten und Partner zu einem hochmodernen Kultur- und Kunstareal mit Konzertsaal umgebaut und signifikant erweitert (2024).
Architekt Markus Stenger führte durch die rund 20.000 m² Fläche auf der moderne Kunst, Musik, Gastronomie und Events im gewaltigen, den damaligen Industriecharme wahrenden Bestandskubus aus den 20er-Jahren sowie dem angrenzendem Neubau vereint sind.
Auf der Terrasse des Bergson gab es einen bereits vorab vereinbarten Mittagssnack, sodass nach kurzer Pause die Fahrt in Richtung Schwanthalerhöhe fortgesetzt wurde.

Nächstes Projekt war der im Jahr 2025 gemeinsam eröffnete Showroom der Firmen JUNG und ERCO. Standort ist das denkmalgeschützte Ledigenheim von Theodor Fischer, ein Ziegelbau aus dem Jahr 1927 und seltenes Zeugnis der Münchner Moderne. Herr Klement von der Firma JUNG erläuterte, wie auf rund 450 Quadratmetern im Erdgeschoss und Souterrain die beiden Hersteller ihre Systeme in den
ehemaligen Räumen einer Bank präsentieren.

Der Neubau des Münchner Volkstheaters präsentiert sich in Anlehnung an die Bestandsbebauung des Schlachthofviertels als markanter Ziegelneubau. Das Projekt ging aus einem europaweit ausgeschriebenen Verfahren der Stadt München hervor, das das Architekturbüro LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei zusammen mit Generalübernehmer Georg Reisch GmbH & Co. KG im Dezember 2016 für sich entscheiden konnte. Die Bauzeit erstreckte sich von 2018-2021.

Letzter Programmpunkt war das neue Stadtquartier auf dem ehemaligen, 1996 aufgegebenen Pfanni-Produktionsgelände am Münchner Ostbahnhof. Das bereits im Rahmen eines Werkvortrags im Passauer Museum Moderner Kunst im April dieses Jahres von Johannes Ernst
(Steidle Architekten) und Stefanie Jühling (Jühling Köppel Landschaftsarchitekten) eingehend vorgestellte Projekt konnte mit diesem „Vorwissen“ selbstständig erkundet werden.

Zum Abschluss traf sich die Gruppe der 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum gemeinsamen Abendessen im „Sharing Style“ in entspannter Street-Food-Atmosphäre.


Text: Eva Donath
Fotos: Peter Schindler